Jetzt Last-Minute-Förderung nutzen: KfW-Bank streicht das Programm „energieeffizient sanieren“
26.8.2010, geschrieben von Carsten Germann in der Kategorie: Bauen
Folgende Tags wurden vergeben: Energieffizient sanieren, KfW-Förderprogramm
Am 31. August 2010 ist vorerst Schluss. Die staatliche Förderbank KfW nimmt dann das Programm Nummer 152, „energieeffizient sanieren“, vom Markt. Es gilt als eines der wichtigsten Programme der KfW-Bank und wurde von Häuslebauern sehr häufig nachgefragt. Wer sich die Förderung noch sichern will, muss sich sputen.
Annahmeschluss für Förderungsanträge zum Programm „energieeffizient sanieren“ ist der 31. August 2010. Danach wird es nach Informationen der Zeitung HAMBURGER ABENDBLATT zumindest vorerst keine weitere Förderung in diesem Programm mehr geben. Last-Minute-Bucher müssen eine Kröte schlucken: Die Kreditzinsen bei zehnjähriger Zinsbindung wurden von effektiv 2,02 auf 2,32 Prozent p. a. angehoben.
Als Begründung wird das knappe Budget der KfW-Bank genannt. Sie hatte bereits Anfang des Jahres einen kompletten Förderstopp vorgenommen. Damals waren die Mittel aus dem Bundeshaushalt noch nicht freigegeben. Sie erlauben es der Staatsbank erst, Fördermittel und günstige Kredite zur Verfügung zu stellen. Bitter für Bauherren: Ihnen geht ein hohes Maß an Planungssicherheit verloren. Auch Verbraucherschützer zeigen sich verärgert über das „Aus“ für das Förderungsprogramm. „Die KfW ist zwar nicht für alle Probleme verantwortlich, weil sie am Tropf des Bundeshaushalts hängt. Doch was die Bank Bauherren und Beratern gegenwärtig zumutet, ist eine Katastrophe“, hieß es von Seiten der Verbraucherzentrale Hamburg.
Hintergrund: Das Programm Nr. 152 („Energieeffizient sanieren“) bietet pro Wohneinheit bis zu 50.000 Euro für neue Fenster, den Einbau einer Lüftungsanlage, den Austausch der Heizung sowie die Wärmedämmung von Dachflächen, Wänden und Geschossdecken. Auch Zuschüsse von bis zu 2.500 Euro für einzelne Maßnahmen über das Förderprogramm Nr. 430 sind möglich. Einzige Alternative ist zurzeit nur das Programm Nr. 141, „Wohnraum modernisieren“. Hier werden ebenfalls bis zu 50.000 Euro an Förderungsgeld vergeben – zu deutlich schlechteren Konditionen. Der Kreditzins liegt hier bei 3,10 Prozent im Jahr und könnte rein theoretisch auch über andere Banken realisiert werden.
In diesem Jahr hat die KfW bereits Kredite für energieeffizientes Sanieren in Höhe von 2,9 Milliarden Euro bewilligt – ein Plus von 17 Prozent gegenüber 2009. Dumm nur, dass die Zuschüsse vom Bund um 40 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro zusammengestrichen wurden. Die Folge: Der Fokus wird künftig auf KfW-Effizienzhäusern liegen (Neubau oder Bestand): Einzelmaßnahmen werden nicht mehr gefördert.
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