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Krise der Solar-Branche: First Solar-Rückzug kostet 1.200 Jobs

18.4.2012, geschrieben von in der Kategorie: Blog,Finanzen

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Krise der Solarwirtschaft

Krise der Solarwirtschaft, © Wikimedia Commons/Roto Frank AG

Die Krise der Solar-Branche verschärft sich weiter. Diesmal trifft es das Land Brandenburg. Der angekündigte Rückzug der US-Firma First Solar vernichtet 1.200 Arbeitsplätze in Frankfurt/Oder.

Bereits in den vergangenen Monaten hatten einstige Branchen-Vorzeigefirmen wie Q-Cells, Solar Millennium oder Solarhybrid Insolvenz anmelden müssen. Deutschlandweit stehen tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Zunehmender Preisdruck durch chinesische Billig-Konkurrenz sowie die Kürzung der staatlichen Zuschüsse für Anlagen zur Nutzung von Solarenergie machen vielen Solarunternehmen  in Deutschland das (Über-)Leben immer schwerer. In dieser Woche kündigte der US-Riese First Solar an, seine Standorte in Deutschland aufgeben zu wollen. Die beiden Werke in Frankfurt/Oder werden zum Herbst geschlossen. Das US-Unternehmen begründete diesen Schritt unter anderem mit der Entscheidung vieler europäischer Staaten, ihre Förderprogramme früher als ursprünglich geplant zurückführen zu wollen. Das berichtet die Welt in ihrer Online-Ausgabe.

Die gesamte Branche steckt  in Deutschland in der Krise: Der Geschäftsführer der First Solar GmbH, Christopher Burghardt, geht gar davon aus, dass der gesamte europäische Solarmarkt ohne staatliche Fördermittel wirtschaftlich nicht überlebensfähig ist. Die Kürzungen haben zu einem dramatischen Einbruch der Nachfrage geführt. Vor allem das Kerngeschäft, der Bau von Photovoltaik-Großanlagen, leidet darunter.

Das US-Unternehmen möchte seinen Rückzug für die betroffenen Mitarbeiter möglichst sozialverträglich gestalten, doch die Situation ist heikel für First Solar: Das Land Brandenburg hatte den Bau der beiden Werke in Frankfurt/Oder einst mit 25 Millionen Euro gefördert. Nun prüft das Land, ob das Unternehmen die Fördermittel zurückzahlen muss.

Gereizt reagieren Politiker in Brandenburg aber nicht nur auf die amerikanische Unternehmenspolitik. Auch die grundsätzliche Entscheidung zur Kürzung der Solarförderung steht in der Kritik. Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) monierte, dass die Bundesregierung damit einen Flächenbrand ausgelöst habe. Strukturell stünde ein Bundesland wie Brandenburg wieder dort, wo es vor zehn Jahren war. Kritik kommt auch vom Bundesverband Solarwirtschaft sowie von der Deutschen Umwelthilfe.