Landwirtschaftlich genutzte Fläche in Deutschland geht zurück
16.10.2012, geschrieben von Immonet in der Kategorie: Blog
Folgende Tags wurden vergeben: Flächennutzung, Landwirtschaft
Paradoxon in Sachen Ackerbau: Die Landwirte in Deutschland bewirtschaften immer weniger Flächen. Gleichzeitig nimmt die Erntemenge insgesamt aber weiter zu. Allein im vergangenen Jahr nahm die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Deutschland um rund 37.000 Hektar ab.
Diese Zahl nennt das Statistische Bundesamt anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober. Damit ist der Flächenverlust innerhalb eines Jahres so groß wie die gesamte Fläche der Hansestadt Bremen. Wurden im Jahr 1995 noch rund 17,3 Millionen Hektar Boden in Deutschland landwirtschaftlich genutzt, sind es derzeit rund 16,7 Millionen Hektar. Das entspricht einem Flächenverlust von knapp 700.000 Hektar, also vier Prozent, in nur 17 Jahren.
Bei den Ernteerträgen macht sich diese Entwicklung aber nicht bemerkbar. Im Gegenteil: Sowohl beim Getreide als auch bei den Kartoffeln nehmen die Ernteerträge pro Hektar seit Jahren zu. Die meiste landwirtschaftlich genutzte Fläche in Deutschland ist dem Ackerbau vorbehalten. Im Jahr 2012 beackern die deutschen Landwirte rund 11,9 Millionen Hektar. Das ist beinahe ebenso viel wie noch Mitte der 90er-Jahre. Mit einer Anbaufläche von gut 6,5 Millionen Hektar wird in diesem Jahr ähnlich viel Getreide angebaut wie noch 1995. Der Ertrag ist aber deutlich gestiegen. Mit rund 45 Millionen Tonnen Getreide werden die deutschen Landwirte 2012 etwa fünf Millionen Tonnen mehr geerntet haben als vor 17 Jahren.
Stark angestiegen sind die Flächen, die für den Anbau von Mais genutzt werden. Wurde 1995 auf einer Fläche von knapp 1,3 Millionen Hektar Silomais in Deutschland angebaut, geschieht das in diesem Jahr auf rund 2 Millionen Hektar Land. Ein Grund ist die stark angestiegene energetische Nutzung von Silomais. So wird Silomais als Energiepflanze für die Versorgung von Biogasanlagen eingesetzt. Allein im Vergleich zu 2011 vergrößerte sich die Silomais-Fläche in Deutschland um fast 28.000 Hektar.
Auch Raps und andere Ölfrüchte werden auf rund 20 Prozent mehr Flächen angebaut als noch Mitte der 90er-Jahre. Dagegen sind die Anbauflächen für Kartoffeln und Hackfrüchte zurückgegangen. Ebenso sinkt die Zahl der stillgelegten Flächen seit 1995 kontinuierlich. Waren 1995 noch 1,2 Millionen Hektar Landwirtschaftsfläche in Deutschland Brache, waren es 2012 nur noch 215.000 Hektar. Ein Grund ist die Aufhebung der Verpflichtung zur Stilllegung von landwirtschaftlich genutzten Flächen im Jahr 2008.
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