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Leben in der Kiste

08.6.2011, geschrieben von in der Kategorie: Design

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© Katalog NRW-Forum Düsseldorf

Im Container zu wohnen klingt zunächst einmal nicht sehr verlockend. Schließlich haben die Stahlkisten immer den Anschein eins ungemütlichen Provisoriums. Längst haben aber Architekten und Designer die Seekisten für sich entdeckt. In einer Ausstellung des NRW Forums werden nun mehr als 100 Entwürfe gezeigt.

Die Kisten mit den Maßen 2,44 x 2,59 Meter x 6,06 bzw. 12,192 Meter beherbergen mittlerweile auch luxuriöse Wohnungen. Das 175.000 Dollar teure „Quikhouse“ ist mit einem Kamin, einer Edelstahlküche und Lichtelementen des Star-Designers Ingo Maurer ausgestattet. Die Frachtkisten stehen inzwischen vermehrt als schicke Penthäuser auf New Yorker Dächern oder stapeln sich zu Wohn- oder Apartmenthäusern in London oder Melbourne. „Container sind ein Symbol für das Leben und Wohnen in unserer globalisierten, beweglichen, nomadischen Zeit“, beschreibt Ausstellungsmacher Werner Lippert die Motivation der Ausstellung. Die Ausstellung „Container Architektur“ zeigt die Projekte nicht nur auf Plakaten, sondern es sind auch zwei Dutzend Entwürfe im Maßstab 1:5 zu sehen.

Dargestellt wird ebenfalls der praktische und vor allem humanitäre Nutzen der mobilen Kisten. Container schaffen Abhilfe bei Wohnungsnot oder werden nach Katastrophen als Unterbringung eingesetzt. Bestes Beispiel ist das von Brad Pitt unterstütze „Katrina House“: ein komplett eingerichteter Notfall-Wohn-Container, der den schnellen Wiederaufbau, der vom Hurrikan zerstörten Stadt New Orleans möglich gemacht hat.

Auch  die Unesco nutzt die Vorteile der genormten, robusten, stapelbaren, günstigen  und international verfügbaren Kisten. Zurzeit schickt sie einen Container durch Afrika, in dem ein kleines Museum mit Kunstwerken für Kinder untergebracht ist.

Kommerzielle Anbieter haben ebenfalls die Vorteile der Container entdeckt. So dienen Puma die Frachtkisten als mobile  Verkaufsfläche. Der Sportbekleidungshersteller schickt seine die „Puma City“ rund um die Welt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 4. September im NRW-Forum in Düsseldorf zu sehen.