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Leerstand: In Hamburg bleiben rund 200 städtische Immobilien ungenutzt

18.5.2012, geschrieben von in der Kategorie: Blog,Immobilien-Märkte

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Amsinck-Villa in Hamburg

Amsinck-Villa in Hamburg, © Wikimedia Commonas/Cb22hh

Angesichts der akuten Knappheit bezahlbaren Wohn- und Sozialraums in den deutschen Metropolen klingt es paradox: In Hamburg stehen 200 städtische Gebäude derzeit leer. Der Linkspartei in der Hansestadt ist das ein Dorn im Auge. Sie fordert bis zum 1. Oktober ein schlüssiges Nutzungskonzept für die betroffenen städtischen Immobilien.

Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, macht die Stadt aber ein großes Geheimnis daraus, um welche Immobilien es sich konkret handelt. Sie argumentiert: Sind solche Leerstände öffentlich, komme es schnell zu Vandalismusschäden. Bekannt ist lediglich, dass insgesamt 90.000 Quadratmeter Nutzfläche des städtischen Eigentums leer stehen. Darunter befinden sich so bekannte Immobilien wie die Amsinck-Villa in Lokstedt, die ehemalige internationale Schule in Altona und die frühere Polizeiwache in Wilstorf. Insgesamt nennt die Stadt Hamburg 476.000 Quadratmeter Nutzfläche ihr Eigen.

Die Linkspartei fordert nun, dass die Stadt ihre ungenutzten Immobilien benennt. Außerdem soll sie bis Oktober ein Konzept vorlegen zur zukünftigen Nutzung der Gebäude. Darüber hinaus fordern die Linken, dass jedes städtische Gebäude, das sich in einwandfreiem Zustand befindet, nach einem Jahr Leerstand für eine Zwischennutzung freigegeben wird. Denkbar seien kulturelle Zwecke oder Stadtteileinrichtungen.

Angesichts dieser Nachricht lohnt es sich aber, die Zahlen differenziert anzuschauen. So hatte der Senat schon auf frühere Anfragen von FDP und CDU erklärt, dass die Leerstände nicht alle gleich zu behandeln seien. So würden zwar derzeit knapp 19 Prozent der städtischen Nutzfläche nicht verwendet. Darunter gebe es aber viele Objekte, für die es bereits konkrete Pläne gibt. Werden die aus der Nutzfläche herausgerechnet, verbleiben 40.000 Quadratmeter Leerstände. Das entspricht einer Quote von 8,4 Prozent und sei damit im ortsüblichen Rahmen, so die Argumente des Senats. Als Beispiel nennt das Abendblatt die ehemalige internationale Schule in Altona. Dort entstehe derzeit ein Zentrum für hörgeschädigten Schüler.