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Luxusherberge Grand Hotel Heiligendamm meldet Insolvenz an

29.2.2012, geschrieben von in der Kategorie: Allgemein

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Grand Hotel Heiligendamm © Wikimedia Commons/Nicole Gordine

Einst war es Treffpunkt für die Mächtigen der Welt, nun kreist der Pleitegeier über der Luxusherberge: Das Grand Hotel Heiligendamm hat Insolvenz angemeldet. Das Luxushotel war international bekannt geworden, als sich im Mai 2007 die mächtigsten Politiker der Welt zum G-8-Gipfel an der deutschen Ostseeküste versammelten. Die glänzenden Zeiten sind vorbei.

Wie das Magazin Focus in seiner Online-Ausgabe berichtet, verweigern die Banken die Verlängerung bestehender Kredite für das Grand Hotel. Und das, obwohl die Nobel-Absteige in den vergangenen beiden Jahren schwarze Zahlen geschrieben hat.

Wie ein Unternehmenssprecher mitteilt, hat Geschäftsführer Arno Jagdfeld am Montag beim Amtsgericht Aachen die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt. Das Hotel gehört dem geschlossenen Fundus-Immobilienfonds. Jagdfeld ist Chef der Fundus-Gruppe und Hauptanteilseigner des Immobilienfonds. Trotz der Pleite ist er zuversichtlich, dass zahlungskräftige Hotelgäste auch in Zukunft weiter im Grand Hotel residieren können. Der Betrieb gehe weiter, und das Unternehmen sei auch nicht überschuldet, so Jagdfeld.

Das Grand Hotel war ins Trudeln geraten, weil die Kreditzinsen nicht mehr gezahlt werden konnten und die Banken ein Entgegenkommen verweigert haben, so ein Unternehmenssprecher. Auch der Versuch des Immobilienfonds, 32,5 Millionen Euro an neuen Anteilen bei den 1900 Gesellschaftern zu platzieren, sei gescheitert. Dabei hatte das Luxus-Hotel in den vergangenen beiden Jahren jeweils rund 800.000 Euro erwirtschaftet. Das Geld reichte aber nicht, um die Pleite abzuwenden.

Seit 1996 gehört das Luxus-Anwesen direkt an der Ostsee in Heiligendamm zur Fundus-Gruppe. Sie hatte es von der Treuhandanstalt gekauft und mehr als satte 200 Millionen Euro in die Modernisierung investiert, davon ein Viertel aus öffentlichen Fördertöpfen. Bis 2009 betrieb die Kempinski-Gruppe das Hotel. Dann stieg der Fundus-Fonds selbst als Betreiber ein.

Das Grand Hotel ist dem Fundus-Chef Arno Jagdfeld ein Herzensanliegen. Nach dem Ausstieg der Kempinski-Gruppe hatte er selbst das Management übernommen und den Komplex weiter ausgebaut. Benachbarte Strandvillen ließ Jagdfeld restaurieren. Außerdem kaufte er in Heiligendamm Küstenwald dazu und ließ eigens für seine Gäste Wanderwege anlegen. Namhafte Unternehmen haben einige der restaurierten Villen erworben.  Jagdfeld selbst möchte sich in Heiligendamm eine Residenz fürs Alter aufbauen. Er hat ein baufälliges Gebäude erworben und plant, es für sich und seine Familie herzurichten, wie die Berliner Morgenpost schreibt.