Microsoft will Streetside-Fotos erst später pixeln
12.4.2011, geschrieben von Sarah Tebbe in der Kategorie: Bauen,Recht
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© Wikimedia Commons/Arch
Nun will auch der IT-Gigant Microsoft Deutschlands Straßen abfotografieren. Wer sein Haus nicht im Internet sehen will, soll erst nach dem Online-Start Einspruch einlegen dürfen. Das bringt Datenschützer auf die Palme.
Heftig kritisiert wird das Vorhaben von Thomas Kranig, Leiter des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht. Die Verbraucher müssten bereits vor der Veröffentlichung die Gelegenheit bekommen, ihr Eigentum auf den Bildern verpixeln zu lassen, so Kranig.
Er hofft, dass der Fall vor Gericht kommt, denn bislang gebe es unterschiedliche Auffassungen, ob Fotos von Häusern die Persönlichkeitsrechte verletzen. Mit einem Urteil habe man endlich Rechtssicherheit. Nach heutigem Stand dürfen Häuser auch ohne vorherige Erlaubnis fotografiert werden. Panoramafreiheit heißt das Recht, das Aufnahmen in der Öffentlichkeit erlaubt. Umstritten ist hingegen, ob das auch für Kamerawagen gilt, die Haus und Grundstück aus einer größeren Höhe fotografieren als Passanten.
Microsoft hatte noch im Dezember zugesichert, bei einem Einspruch das Haus vor dem Start zu verpixeln. Die plötzliche Kehrtwende kritisiert auch Verbraucherministerin Ilse Eigner. „Ich finde es sehr bedauerlich und schwer nachvollziehbar, dass Microsoft deutlich hinter dem Standard zurückbleibt, den Google in Deutschland gesetzt hat“, sagte sie gegenüber der „Passauer Neuen Presse“.
Konkurrent Google hatte Eigenheimbesitzern erst nach öffentlichem Druck zugesagt, noch vor dem Start von Streetview das Haus unkenntlich zu machen. Microsoft sucht derzeit das Gespräch mit den Datenschützern, um eine Einigung zu erzielen.
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