Mieterbund befürchtet dramatischen Wohnungsmangel in Deutschland
19.6.2012, geschrieben von Immonet in der Kategorie: Immobilien-Märkte
Folgende Tags wurden vergeben: Mieterbund, Mietwohnungen, Wohnungsmangel
Wenn eintritt, was der Deutsche Mieterbund (DMB) befürchtet, kommen auf die Mieter in Deutschland harte Zeiten zu. Bleibt es bei der derzeitigen Wohnungsbaupolitik, so der DMB, fehlen bis zum Jahr 2017 deutschlandweit 825.000 Mietwohnungen. Bitter könnte es vor allem in Ballungszentren, Großstädten und in Uni-Städten werden.
„Dann werden die Mieten noch schneller steigen als bisher“, warnt Lukas Siebenkotten, Direktor des DMB, in einer Pressemitteilung. Teure energetische Modernisierungsmaßnahmen tragen einen großen Teil dazu bei, dass die Mieten für viele nicht mehr bezahlbar sein werden, so der Direktor des Mieterbundes.
Das Pestel-Institut in Hannover hat herausgefunden: Schon heute fehlen in den zehn Großstädten Deutschlands insgesamt 100.000 Mietwohnungen. Werden weiterhin jährlich nur etwa 60.000 bis 70.000 Mietwohnungen pro Jahr gebaut, dürfte das Defizit bis 2017 auf 825.000 Mietwohnungen anwachsen. Die Folge: Mietpreiserhöhungen von 20 bis 30 Prozent werden bei einem Wechsel an der Tagesordnung sein, so der Mieterbund. Den Schwarzen Peter hätten vor allem Menschen, die häufig umziehen müssten: junge Menschen, die eine Familie gründen möchten, Studenten oder Arbeitnehmer, die aus beruflichen Gründen flexibel sein müssten.
„Die Bundesregierung muss die steuerlichen Rahmenbedingungen für den Wohnungsneubau verbessern und ein klares Bekenntnis für den sozialen Wohnungsbau abgeben“, fordert der Mieterbund-Direktor in der Mitteilung seines Verbandes. Außerdem müsse die Regierung eine Begrenzung für Neuvertragsmieten auf den Weg bringen. Siebenkotten fordert, dass diese die ortsübliche Vergleichsmiete nicht um mehr als zehn Prozent übersteigen dürften.
Probleme sieht der Mieterbund auch durch energetische Sanierungsmaßnahmen. Würden deren Kosten allein auf die Mieter abgewälzt, seien Mietwohnungen langfristig nicht mehr bezahlbar. Deshalb fordert der Mieterbund, die derzeit gültige Regelung, wonach ein Vermieter elf Prozent der Modernisierungskosten auf die Jahresmiete umlegen dürfe, zu streichen. Statt dessen solle sich die erlaubte Mieterhöhung an der Höhe der tatsächlichen Einsparungen messen lassen, fordert der Mieterbund. Will heißen: Nur, wer nach einer energetischen Sanierungsmaßnahme auch viel Heizkosten sparen kann, soll bei der Miete zur Kasse gebeten werden dürfen.
Weitere Immobilien News von Immonet:
- Deutscher Mieterbund klagt: 2 Millionen altengerechte Wohnungen fehlen
- Immobilien-Studie: Wohnen für Singles bald unbezahlbar?
- Immobilien: Wohnungsbau in Deutschland legt wieder zu
- Immobilien: Wohnungsbau in Deutschland weiter rückläufig
- Ab in die Kaserne: Ramsauer will mehr Studentenwohnungen schaffen
- Ferienimmobilien: Rügen boomt
- Immobilienmarktbericht: Wohnen in Deutschland wird immer teurer
- Energieberatung frei Haus: Altmaiers Erziehungsplan für umweltbewusste Bürger
- Seniorenwohnungen: Kein Platz für die Älteren
- Norwegen: Die neue Immobilienmacht?






