Studie: Mietshäuser sind häufig ein Verlustgeschäft für Eigentümer
16.2.2011, geschrieben von Charlotte Salow in der Kategorie: Finanzen
Folgende Tags wurden vergeben: Anlage, Eigentümer, Mietshäuser, Rendite, Verlust, Vermieter
Eine Immobilie halten viele Menschen immer noch für die beste Altersvorsorge. Wird sie als Eigenheim genutzt, mag das auch zutreffen. Eigentümer, die ihre Objekte vermieten, machen damit jedoch deutlich weniger Gewinn als mit Aktien, Anleihen oder unternehmerischen Beteiligungen. 15 Prozent der Vermieter machen mit ihrer Investition sogar Verluste.
Wer Vermieter ist, hat nicht zwangsläufig auch ein dickes finanzielles Polster vorzuweisen – das ergab aktuell eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen. Vielmehr ist Ergebnis, dass Immobilien nicht nur weniger Geld einbringen als andere Anlageformen, die Besitzer von Mietshäusern machen zudem weit häufiger Verluste als andere Kapitalanleger.
Für Kenner des Marktes sind die Ergebnisse nicht überraschend: „Von 1993 bis 2009 stiegen in den meisten Regionen weder die Mieten noch die Immobilienpreise“, kommentierte Andreas Schulten, Vorstand der Forschungsgesellschaft BulwienGesa, die Studie gegenüber der Welt. Denn inflationsbedingt wurden die Maßnahmen zur Instandsetzung teurer – viele Vermieter hatten deshalb höhere Aufwendungen als Einnahmen.
Auch die Eigentümer, die schwarze Zahlen mit ihren Objekten schreiben, können sich über durchschnittlich 1,6 Prozent Rendite im Jahr nicht wirklich freuen. Denn zieht man die von der Europäischen Zentralbank ausgewiesene Inflationsrate von 1,7 bis 1,9 Prozent hinzu, ist die Rechnung eher deprimierend. Erst Recht, wenn man vergleicht, dass ein Sparer mit einem Portfolio aus Aktien, Festgeldanlagen und Anleihen im Schnitt 2,51 Prozent Rendite erhält. Richtig lohnend ist der Besitz von Betriebsvermögen: Üppige 4,86 Prozent Rendite wirft das im Schnitt ab.
Mit der Studie wollten die Grünen die Forderung nach einer „Reichensteuer“ stützen – bei vielen Vermietern sind sie da wohl an der falschen Adresse.
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