Milliardenschweres Geschäft: Deutsche Wohnen will 24.000 Wohnungen von Barclays kaufen
29.5.2012, geschrieben von Immonet in der Kategorie: Immobilien-Märkte
Folgende Tags wurden vergeben: Barclays, Deutsche Wohnen
Der Immobilienmarkt in Deutschland ist mächtig in Bewegung. Nun zeichnet sich ein weiterer milliardenschwerer Deal ab. Der viertgrößte Immobilienkonzern Deutsche Wohnen möchte noch in diesem Jahr 24.000 Wohnungen von der britischen Bank Barclays kaufen. Das wäre nach dem Verkauf von 25.000 Wohnungen der BayernLB-Tochter DKB Immobilien an die Hamburger TAG ein weiteres milliardenschweres Immobiliengeschäft in Deutschland in diesem Jahr.
Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, liegen die meisten der 24.000 Wohnungen aus dem Portfolio der Barclays-Tochter BauBeCon in den Großräumen Berlin, Hannover, Braunschweig und Magdeburg.
Kommt die Übernahme zustande, vergrößert sich die Deutsche Wohnen auf einen Schlag um fast 50 Prozent. Dann hätte der Konzern insgesamt 73.500 Wohnungen in seinem Besitz. Als mittelfristiges Ziel hatte sich die Deutsche Wohnen ein Portfolio von 75.000 Wohnungen gesetzt. Der Wert des Barclays-Portfolios ist beträchtlich: stolze 1,2 Milliarden Euro wird die Deutsche Wohnen wohl für die 24.000 Wohnungen ausgeben müssen. Das Geld soll sowohl aus Eigenmitteln als auch durch Bankkredite aufgebracht werden. Die Deutsche Wohnen hat sich dabei einen Verschuldungsgrad von weniger als 60 Prozent zum Ziel gesetzt.
Das Barclays-Portfolio hat in jüngster Zeit häufig den Besitzer gewechselt. Die Bank Barclays ist erst seit Ende 2011 Eigentümer der 24.000 Wohnungen. Sie hatte die Wohnungen bekommen, nachdem die vorherigen Eigentümer RREEF und Prelios ihrem Schuldendienst nicht mehr nachkommen konnten. Die wiederum hatten die Wohnungen erst 2007 von dem Finanzinvestor Cerberus übernommen.
Die Börse reagierte skeptisch auf das geplante Milliardengeschäft. Die Aktie der Deutschen Wohnen verlor 1,8 Prozent, als die Nachricht vom bevorstehenden Großeinkauf bekannt wurde. Fachleute kritisieren unter anderem den hohen Preis des Barclay-Portfolios.
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