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Millionenbetrug mit Schrottimmobilien in Norddeutschland

10.2.2011, geschrieben von in der Kategorie: Blog

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Immobilienbetrug

© fotolia.com/shoot4u

Am Anfang schien es ein Steuerdelikt zu sein: Als Ermittler jedoch den Gesellschafter einer Immobilienfirma genauer unter die Lupe nahmen, stießen sie auf einen der größten Immobilien-Betrugsfälle in Norddeutschland. Mehr als 130 Häuser und Wohnungen soll eine Gruppe aus Anwälten, Notaren und Maklern in den vergangenen Jahren weit über Wert an meist einkommensschwache Menschen verkauft haben.

„Betrug mit Kreditvolumen“ wirft die zuständige Staatsanwaltschaft Stade den Verkäufern vor: Die Gruppe hatte minderwertige Objekte erworben, deren Unterlagen gefälscht und aufgewertet und anschließend überteuert weiterverkauft. Die Transaktionen fanden meist über die Vermittlung von Kreditinstituten statt, bei denen die einkommensschwachen Käufer Darlehen aufnahmen. Gegen 75 Personen wird ermittelt, gegen zwei Personen wurde laut Welt bereits Ende vergangenen Jahres Anklage erhoben.

Auch die rund 20 kreditgebenden Banken wurden von dem Betrügerring gezielt getäuscht, darunter Privat- und Genossenschaftsbanken sowie Sparkassen.
Der dabei entstandene Schaden wird von der Staatsanwaltschaft auf mehr als vier Millionen Euro geschätzt. Sowohl Käufer als auch Banken stammen überwiegend aus dem Elbe-Weser-Dreieck, also aus Niedersachsen, Bremen und Bremerhaven.

Im Falle einer Verurteilung droht den mutmaßlichen Tätern, darunter ein prominenter ehemaliger Anwalt aus Bremen, eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren.