Missglückter Immobilien-Deal: Rechtsextremisten als Burgherren
18.10.2011, geschrieben von Charlotte Salow in der Kategorie: Blog
Folgende Tags wurden vergeben: Immobilienkauf, Thüringen
Eine hübsche Geldsumme verdiente das Bundesland Thüringen mit dem Verkauf eines alten Rittergutes – allerdings ist der Deal marketingstrategisch ein schwieriger Fall, denn der Käufer wird wegen seiner rechtsextremistischen Überzeugungen vom Verfassungsschutz beobachtet.
Der Herrensitz auf dem ehemaligen Rittergut in Gutmannshausen liegt idyllisch in einem kleinen Dorf gut 50 Kilometer entfernt von Erfurt. Empfindlich gestört könnte die Idylle jedoch bald durch die neuen Bewohner des Gutes werden, denn der mutmaßliche Käufer Wolfram Schiedewitz hat die alten Mauern als Sitz für seinen Verein „Gedächtnisstätte“ auserkoren. „Wir wollen unseren Herrensitz mit Leben füllen im Gedenken an unsere zivilen Opfer des Zweiten Weltkrieges durch Bomben, Verschleppung, Vertreibung und in Gefangenenlagern“, kündigt Schiedewitz laut Spiegel online an. Sowohl der neue Gutsherr als auch sein Verein werden vom Landesverfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft.
Um den Deal reibungslos abwickeln zu können, trat anscheinend eine „Strohfrau“ als Käuferin auf, die angab, in dem neoklassizistischen Bau mit 1.000 Quadratmetern Wohnfläche Heilpraktiker-Seminare abhalten zu wollen. Das Geschäft wurde über einen Makler abgewickelt und brachte dem Land 320.000 Euro ein.
Nachdem Hinweise darauf bekannt wurden, wer hinter der Käuferin steht, mag das Land nicht mehr so zufrieden mit dem Deal sein. Zumal Thüringen Millionen Euro in den Kampf gegen Rechts investiert.
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