Offene Immobilienfonds: Eine Anlageklasse in der Krise
07.10.2011, geschrieben von Immonet in der Kategorie: Finanzen
Folgende Tags wurden vergeben: Immobilienfonds, Spekulationssteuer
Einst galten sie als sichere Option unter den Investmentanlagen. Während der Finanzkrise gerieten viele offene Immobilienfonds jedoch ins Taumeln – eine Erholung ist nicht in Sicht.
Nach der Pleite des Bankhauses Lehman 2008 wurde vielen offenen Immobilienfonds zum Verhängnis, dass die Anleger panikartig ihr Geld abzogen. Davon betroffen waren unter anderem der CS Euroreal und der SEB ImmoInvest, zwei Schwergewichte im Wert von jeweils ca. sechs Milliarden Euro. Merkmal offener Fonds ist, dass Anteile jederzeit gekauft und wieder veräußert werden können. Wollen so viele Investoren ihre Anteile loswerden, dass die Liquiditätsreserve unter fünf Prozent sinkt, müssen die Fonds eingefroren werden – so geschehen bei den beiden Schwergewichten.
Um die Reserven aufzustocken, können Immobilien verkauft oder Fremdkapital aufgenommen werden, was jedoch die Rendite belastet. Bis Herbst nächsten Jahres müssen die Verwalter der beiden eingefrorenen Fonds laut Welt online entscheiden, wie mit ihnen verfahren werden soll. Zuletzt wurden Immobilien in großer Zahl veräußert, um eine Wiedereröffnung zu ermöglichen. Der hohe Verkaufsdruck könnte jedoch für verminderte Marktpreise sorgen. Und auch nach einer Wiedereröffnung droht Ungemach: Viele Dachfonds, die in die Immobilienfonds investiert hatten, könnten ihre Investitionen zurückfordern. Denn auch die stehen unter dem Druck, bei Anlegerschwund ausreichen Geldreserven zu behalten.
Angesichts der Krise überlegt der eine oder andere Privatanleger, ob er nicht lieber direkt in konkrete Immobilien investiert – zumal bei diesen, hält man sie ausreichend lange, keine Spekulationssteuer anfällt.
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