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Online-Tippverfahren bedroht Existenz der Lottoannahmestellen

17.7.2012, geschrieben von in der Kategorie: Gewerbeimmobilien

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© Wikimedia Commons/ 4028mdk09

Nun hält das Online-Geschäft auch Einzug in das Lottospiel: Durch den neuen Glücksspiel-Staatsvertrag dürfen Lottospieler seit dem 1. Juli auch online tippen. Die Kehrseite: Unzählige Lottoannahmestellen in Deutschland sind in ihrer Existenz gefährdet.

Laut handelsblatt.com werden die staatlichen Lotteriegesellschaften in den kommenden Wochen ihren Online-Auftritt deutlich ausbauen. Unter Lotto.de können Tipper in Kürze schon ihre Kreuzchen online machen. Erwin Horak, Chef von Lotto Bayern und Kopf des Deutschen Lotto- und Totoblocks kündigte den bevorstehenden Start des Angebotes an. Er und seine Mitstreiter versprechen sich vom Online-Geschäft deutlich steigende Einnahmen. Mittelfristig soll der Umsatz gar auf acht Milliarden Euro klettern, so Horaks Prognose. Zuletzt gaben die Deutschen insgesamt 6,7 Milliarden Euro für die Spiele „6 aus 49“, „Super 6“ oder die Sportwette „Oddset“ aus.

Der Lottoblock möchte im Gegenzug höhere Summen für das Gemeinwohl zur Verfügung stellen. Zur Förderung von Museen oder Sportverbänden sollen in Zukunft drei statt bisher 2,5 Milliarden Euro bereitgestellt werden.

Was so schön klingt, dürfte die rund 23.000 Lottoannahmestellen in Deutschland in ihrer Existenz gefährden. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, ist die Unsicherheit der Betreiber groß. Viele von ihnen setzen auf die drei Säulen Lotto, Tabak und Zeitschriften. Erübrigt sich für die Kunden der Gang in die Annahmestelle, um den Tippschein auszufüllen, breche auch das Geschäft mit Tabak und Zeitschriften weg, so die Sorge der Betreiber. Die Folge wären Leerstände in zahlreichen Klein- und Kleinstimmobilien in Innenstädten und Ladenlokalen.