Immonet News
Nachrichten und Infos über Immobilien – von Immonet

Rechtsstreit in der Immobilienbranche: Dresden gegen Heuschrecke

15.6.2011, geschrieben von in der Kategorie: Immobilien-Märkte,Recht

Folgende Tags wurden vergeben: , ,

Dresden

© Wikimedia Commons/Kay Körner

Die Gagfah, größte börsennotierte Immobiliengesellschaft Deutschlands, wehrt sich gegen die Klage der Stadt Dresden – und schlägt zurück: Der Konzern verklagt die Stadt nun seinerseits wegen rechtsmissbräuchlichen Verhaltens und unterstellt den Stadtoberen wirtschaftliche Interessen für die Klage.

Ausgangspunkt des Streits: 2006 hatte die Gagfah die 48.000 Wohnungen der städtischen Wohnungsbaugesellschaft WOBA von der Stadt Dresden erworben. Die Gagfah fungiert als Dachgesellschaft für mehrere Immobilienfirmen, ihr Hauptaktionär ist die Fortress Investment Group LLC – ein als „Heuschrecke“ verschrienes Unternehmen. Der Verkauf brachte der Stadt damals 1,7 Milliarden Euro ein und befreite sie mit einem Schlag von ihren Schulden. Teil des Übernahmevertrages war eine Sozialcharta, die unter anderem festlegte, dass bei der Veräußerung von Wohnungen zuerst den Woba-Mietern die Kaufoption angeboten werden muss.

Diese und weitere Verpflichtungen gegenüber den Mietern soll der Konzern massiv vernachlässigt haben. Und in der Tat hat die Gagfah nicht nur in Dresden einen schlechten Ruf: Auch in Hamburg häufen sich Beschwerden der Mieter wegen schlecht in Stand gehaltener Wohnungen. Die Stadt Dresden reichte Klage ein und verschärfte laut süddeutsche.de damit die kritische Finanzlage der Gagfah, deren Aktienkurs massiv einbrach.

Mit der Gegenklage hat sich das Immobilienunternehmen nun aus der Defensive befreit. Gagfah-Chef William J. Brennan wirft der Stadt vor, nicht die Rechte der Mieter seien ihr Anliegen, sondern eigene wirtschaftliche Interessen. Die Stadt fordert von der Gagfah eine Vertragsstrafe von 1,08 Milliarden Euro.