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Revolution auf dem kubanischen Immobilienmarkt: Kaufen erlaubt

22.7.2011, geschrieben von in der Kategorie: Blog,Immobilien-Märkte

Häuser in Havanna

© Wikimedia Commons/gildemax

Die große Revolution auf Kuba ist schon mehr als 50 Jahre her, eine kleine Revolution fand nun auf dem Immobilienmarkt der Insel statt. Erstmals seit 1959 wird Einheimischen und sogar ausgewanderten Kubanern der Verkauf von Immobilien in dem sozialistischen Staat erlaubt.

Die Verhältnisse auf dem Wohnungsmarkt Kubas können nur katastrophal genannt werden: Ein Großteil der Häuser und Wohnungen auf der Insel ist marode. Weil aber laut  tt.com mehr als eine halbe Millionen Unterkünfte fehlen, das legen Statistiken nahe, bleibt den Kubanern nichts anderes übrig, als sich in den eigentlich unbewohnbaren Behausungen einzurichten. Durch den Wohnungsmangel leben oft mehrere Generationen auf wenigen Quadratmetern zusammen, und auch die Scheidung eines Paares zieht oft keine räumliche Trennung nach sich.

Der Tausch von Immobilien war bisher die einzige legale Methode eine andere Wohnung zu beziehen, der Kauf war als kapitalistischer Akt verboten. Doch auch wer auf sozialistisch korrektem Wege zu einer neuen Bleibe kam, scheiterte beim Versuch, sich für eine Immobilie als Eigentümer eintragen zu lassen, fast zwangsläufig an der Bürokratie.

Große Erwartungen weckt nun laut tt.com das neue Gesetz, dass erstmals den Verkauf von Immobilien erlaubt. Sogar Exil-Kubaner, die bisher mit der Ausreise auch automatisch ihr Wohneigentum verloren, dürfen jetzt Immobilien erwerben. Von der Reform erhoffen sich die Kubaner eine Legalisierung der Besitzverhältnisse und eine Vereinfachung beim Neuerwerb. Auch die Erbschaft regelt das Gesetz, allerdings auf kommunistische Weise: Niemand darf auf Kuba eine Immobilie alleine besitzen.

Damit das neue Recht Anwendung finden kann, muss die Regierung nicht weniger als 188 andere Gesetze, mehrheitlich Verbote, ändern. Die Novellierung birgt einen großen Vorteil für den Staat: Der Immobilienhandel wird voraussichtlich hohe Steuereinnahmen bringen. Vor allem der Kauf durch Exil-Kubaner könnte dem Staat wertvolle Devisen bescheren – und auf die ist er dringend angewiesen.