Risiko: Droht dem Markt für Gewerbeimmobilien die nächste Krise?
02.9.2010, geschrieben von Carsten Germann in der Kategorie: Gewerbeimmobilien
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Käufer von Gewerbeimmobilien müssen derzeit Kredite in Billionenhöhe umschulden. Ein Kraftakt, der durch fallende Preise nicht leichter wird. Wenn die getätigten Investitionen scheitern, droht in diesem Immobiliensegment ein neuerlicher Tiefschlag.
Wie der Immobilien-Kompass von Capital berichtet, haben die Banken in Europa rund 2000 Milliarden in den Kauf von Gewerbeimmobilien – Büros und Shoppingcenter – investiert. Diese Summe entspricht dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Bundesrepublik Deutschland.
Sorgten steigende Immobilienpreise für eine gewisse Sicherheit, so droht jetzt der Rückschlag – und ein neuer Finanzcrash. Gewerblich genutzte Immobilien haben nämlich weltweit dramatisch an Wert verloren. Die Banken blicken daher mit Angst auf die Rückzahlung ihrer Kredite, mit denen Immobilienfirmen wie die deutsche IVG oder auch US-amerikanischen Banken wie Morgan Stanley und Goldman Sachs inklusive ihrer Immobiliendienstleister auf Einkaufstour gegangen waren.
Wie das Immobilien-Beratungsunternehmen CB Richard Ellis (CBRE) schätzt, weisen derzeit etwa 20 Prozent aller Kredite für europäische Gewerbeimmobilien einen Makel auf: Sie wurden zwischen 2005 und 2007 vergeben – in einer Phase, in der die Preise ihren Höchststand. Hohe Leerstände sorgen zudem für wachsendes Unbehagen bei den Bankern.
Viele dieser Kredite laufen demnächst aus. Die Banken sitzen in der Falle: Verlängern sie die Darlehen für Gewerbeimmobilien gegen mehr Sicherheiten und Eigenkapital, treiben sie die Investoren womöglich in den Ruin und müssen die Kredite abschreiben. Bleiben die Konditionen unverändert, müssen sie die Darlehen selbst mit mehr Eigenkapital unterlegen – Und zudem einen immensen Wertverlust der Immobilie in Kauf nehmen. Eine heikle Situation.
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