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Schattenseiten der Energiewende: Widerstand gegen Hochspannungsmasten vor der Haustür

27.11.2012, geschrieben von in der Kategorie: Blog

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Hochspannungsleitungen

Hochspannungsleitungen, © Wikimedia Commons/Johann H. Addicks

Im Zuge der Energiewende in Deutschland müssen riesige neue Stromtrassen von Norden nach Süden gebaut werden. Sie sollen helfen, den Strom aus Windkraft im Land zu verteilen. Nun aber regt sich Widerstand: Niemand möchte die neuen Hochspannungsmasten vor seiner Haustüre haben.

Wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer Online-Ausgabe berichtet, sehen die neuesten Pläne der Bundesnetzagentur in den kommenden zehn Jahren den Bau riesiger Stromtrassen quer durch die Bundesrepublik vor. Ihre Aufgabe soll es sein, Strom aus Windkraft von Niedersachsen aus in ganz Deutschland zu verteilen. Damit wollen die Stromkonzerne Alternativen schaffen, um für den Ausstieg aus der Atomenergie  gewappnet zu sein.

Die Pläne sehen vor, den Strom per sogenannter „Hochspannungsgleichstromübertragung“ dorthin zu transportieren, wo früher atomare Brennstäbe Wasser erhitzten. Nicht nur grammatisch, auch in natura sind die neuen Stromautobahnen Ungetüme. So sollen im kommenden Jahrzehnt 2.800 Kilometer neuer Stromleitungen errichtet werden. Bestehende Leitungen von etwa der gleichen Länge müssen erneuert werden. Alle haben ein Ziel: Sie sollen den Strom von Norden nach Süden schaffen. Denn während in der Nordsee Windparks mit einer Leistung von sechs Atomkraftwerken geplant sind, sollen sechs Atomreaktoren in Süddeutschland stillgelegt werden.

Der Ausbau aber schreitet wesentlich langsamer voran als geplant. So verhindern mancherorts Klagen von Anwohnern gegen die gigantischen Hochspannungsmasten die Entwicklung. In anderen Orten blockieren Lokalpolitiker die Projekte. Experten gehen davon aus, dass der Widerstand weiter wächst, wenn die detaillierten Pläne über die Trassenführungen vorliegen.

Eine Lösung sieht Bundesumweltminister Peter Altmaier in der finanziellen Beteiligung von Anwohnern an den Projekten. Er hofft, dass der Widerstand sinkt, wenn die Bürger an den Leitungen mitverdienen. Entschieden ist dazu aber noch nichts.