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Schlecker-Insolvenz: Viele marode Filialen, wenig Kunden

24.1.2012, geschrieben von in der Kategorie: Gewerbeimmobilien

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Schlecker-Filiale

Schlecker-Filiale

Die größte deutsche Drogeriekette Schlecker geht in die Planinsolvenz. Heißt: Begleitet von einem Sanierungsplan soll ein Großteil der Filialen weitergeführt werden. Geld für eine Restrukturierung soll unter anderem durch den Verkauf von Immobilien hereinkommen. Experten sehen die Pläne jedoch skeptisch.


Muffig, karg bestückt und in schlechter Lage – das sind Attribute, die auf viele Schlecker-Filialen zutreffen. Jahrzehntlang wurde in die Läden nicht investiert und auch mit seiner Mitarbeiterpolitik machte sich Firmenpatriarch Anton Schlecker höchst unsympathisch. Nachdem seine beiden Kinder Meike und Lars 2011 das Geschäft übernahmen, wurden fast 1.000 Filialen geschlossen und rund 350 renoviert. Die Aufwertung der Läden war teuer und die Kunden blieben dennoch weg. Durch den Verkauf von Immobilien versuchte die Schlecker-Familie zuletzt Mittel zu mobilisieren. Angeblich steht der Verkauf des Einkaufszentrums „Schleckerland“ im schwäbischen Ehingen an einen Hamburger Investor nach Informationen der FAZ kurz vor dem Abschluss. Trotzdem war das Unternehmen zuletzt nicht mehr zahlungsfähig und reichte am vergangenen Montag einen Insolvenzantrag ein.
Das Insolvenzverfahren erlaubt es dem strauchelnden Unternehmen nun Verträge mit Vermietern, Lieferanten und Dienstleistern außerordentlich zu kündigen. Besonders Mietverträge, die trotz geschlossener Filialen oft noch erfüllt werden mussten, stellten eine große finanzielle Belastung dar. Die Erfolgsaussichten der Planinsolvenz werden jedoch von Experten angezweifelt: Die Filialen erhalten zu wollen sei illusorisch, sagte Dirk Rossmann, Chef der gleichnamigen Drogeriekette in der Financial Times Deutschland. Auch einer der Hauptgläubiger, der Einkaufsverband Markant, hat angeblich Zweifel an den Plänen. Insgesamt 30.000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.