Sehnsucht nach Eigenheim zieht Deutsche in Spekulationsfalle
27.3.2012, geschrieben von Sarah Tebbe in der Kategorie: Immobilien-Märkte
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Die Sehnsucht der Deutschen nach den eigenen vier Wänden ist ungebrochen. Fachleute aber warnen: Nicht jede Investition in Immobilien rechnet sich. Der Traum vom eigenen Zuhause kann für manchen in der Spekulationsfalle enden.
„Wir haben gerade eine wirklich besondere Situation“, äußert sich Kai Enders, Vorstand beim internationalen Immobilienmakler Engel & Völkers, in der Online-Ausgabe der Welt. Eine vergleichbar große Nachfrage nach Immobilien habe es bisher in Deutschland nicht gegeben. Eine Mischung aus Kalkül und Gefühl befeuert derzeit den deutschen Immobilienmarkt. Kalkül, weil die Unsicherheit auf den weltweiten Finanzmärkten und historisch niedrige Zinsen Investitionen in Immobilien vorantreiben. Gefühl, weil die Sehnsucht der Deutschen nach Beständigkeit und Heimat nie so groß war wie heute.
Dabei werden Immobilien-Fachleute zunehmend skeptisch. Der Run auf Immobilien vor allem in Ballungsgebieten treibt inzwischen solche Blüten, dass sich mancher an geplatzte Immobilienblasen in den USA, England oder Spanien erinnert fühlt. Wer heute in Immobilien investiert, sucht vor allem Sicherheit: für sein Kapital, für die Familie oder Sicherheit vor der Euro-Krise. Dennoch lohnt sich die Investition in Beton und Steine nicht für jeden und nicht in jedem Fall, warnen Immobilien-Experten.
Angesichts der großen Nachfrage klettern die Immobilienpreise in Ballungsgebieten in bis dato ungekannte Höhen. In ganz Deutschland steigen die Preise für Gebrauchtimmobilien laut LBS um fünf bis acht Prozent. Dabei sollten Anleger bedenken: Das historische Zins-Tief hält möglicherweise nicht ewig an. Wer heute für einen Kredit drei Prozent Zinsen zahlt, legt womöglich in zehn oder 15 Jahren sechs Prozent oder mehr auf den Tisch. Manch Finanzierungskonzept könnte dadurch hinfällig werden. Die Folge: Wer seinen Kredit nicht mehr zahlen kann, muss verkaufen. Machen das viele Immobilienbesitzer, sinken die zu erzielenden Preise.
Auch die Investition in Mietwohnungen lohnt sich nicht in jedem Fall. Denn während die Kaufpreise klettern, bleiben die Mieten verhältnismäßig stabil. Auch anstehende Sanierungen könnten dazu beitragen, dass sich eine Investition nicht lohnt.
Fachleute unterscheiden in Deutschland zwischen Wachstumsregionen und Schrumpfregionen. Während München, Hamburg und Berlin ungebremst boomen, entwickeln sich Städte wie Dortmund, Duisburg oder Kassel derzeit nicht weiter. Kapitalanlagen in Immobilien in diesen Regionen lohnen sich unterm Strich deshalb nicht.
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