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Sozialer Wohnungsbau in Hamburg: Angekündigt, aber nicht umgesetzt

21.5.2012, geschrieben von in der Kategorie: Immobilien-Märkte

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Hamburg

Hamburg, © Wikimedia Commons/Hecki

In Hamburg wird wieder mehr gebaut – nur leider kaum Sozialwohnungen. So manches Wohnungsbauunternehmen kündigt das zwar an, setzt nach Erhalt der Baugenehmigung aber hochpreisige Wohnungen um. Die Hamburger Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau (SPD) fordert deshalb mehr städtebauliche Verträge, die Investoren zum Bau von Sozialwohnungen verpflichten.

Im Bezirk Hamburg Nord waren laut Hamburger Abendblatt solche Praktiken jüngst in zwei Fällen aufgetreten: Im Stadtteil Winterhude hatte ein Unternehmer den Bau von günstigem, familienfreundlichen Wohnraum angekündigt, das Bauland dann jedoch an eine andere Firma weiterverkauft, die ein anderes Klientel im Auge hat. Bis zu 500.000 Euro und mehr sollen die entstehenden Eigentumswohnungen nun kosten.

Pikant: Auch der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete und Immobilienunternehmer Andreas Wankum hatte laut Hamburger Abendblatt in der Fuhlsbüttler Straße den Bau von rund 115 Sozialwohnungen angekündigt. Angeboten werden nun jedoch ebenfalls Eigentumswohnungen. Verantwortlich für die „Planänderung“ seien unvorhersehbar hohe Kosten, die u.a. durch lange Genehmigungszeiten entstanden seien.

Aufgrund der aktuellen Gesetzeslage kann die Stadt gegen solche Praktiken bisher nicht vorgehen. Jedoch will Bausenatorin Jutta Blankau (SPD) zukünftig mehr öffentlich geförderten Wohnungsbau durchsetzen. “Wir wollen mehr städtebauliche Verträge”, sagte sie dem Abendblatt. Das hehre Ziel ist, bei größeren Bauprojekten mit mehr als 30 Wohneinheiten ein Drittel öffentlich geförderten Wohnraum zu schaffen.

Um Immobilien-Investoren zum Bau von bezahlbarem Wohnraum zu verpflichten, wollen die Grünen am liebsten städtebauliche Verträge zur Regel machen. Bisher sind sie die Ausnahme. Die CDU hingegen wiegelt ab: Eine generelle Pflicht zum Bau von Sozialwohnungen sei abzulehnen. Der Bürgerschaftsabgeordnete Hans-Detlef Roock sagte dem Abendblatt: “Dann haben wir hier eine Planwirtschaft wie in der DDR.”