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Spanien setzt Zwangsräumungen von Immobilien aus

19.11.2012, geschrieben von in der Kategorie: Immobilien-Märkte

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© Wikimedia Commons/ Meho29

Die Wirtschaftskrise in Spanien hat dramatische Folgen. Spanische Banken lassen jede Woche rund 1.000 Immobilien räumen, weil deren Besitzer ihre Kredite nicht mehr bedienen können. Nachdem sich nun betroffene Immobilienbesitzer das Leben genommen haben, hat die Regierung die Zwangsräumungen ausgesetzt.

Wie die Süddeutsche berichtet, haben zwei spektakuläre Fälle eine Debatte über den Umgang mit zahlungsunfähigen Immobilienbesitzern ausgelöst. Eine Mutter von drei kleinen Kindern hatte sich vom Balkon gestürzt, als sie ihre Wohnung räumen sollte. In einem anderen Fall hatte sich ein Rentner erhängt, als der Gerichtsvollzieher vor der Tür stand.

Schicksale wie diese haben die Proteste gegen das rigorose Sparprogramm der Regierung weiter angeheizt. Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte daraufhin ein Aussetzen der Zwangsvollstreckungen angeordnet.

Vor fünf Jahren war die Immobilienblase in Spanien geplatzt. Fast 400.000 Immobilienbesitzer haben daraufhin ihre Wohnungen oder Häuser verloren. Viele von ihnen büßten auch ihr gesamtes Privatvermögen ein. Nach spanischem Recht wird ein Immobilienkredit nicht nur durch die Wohnung oder das Haus abgesichert, sondern auch mit dem sonstigen Besitz. Nachdem die Immobilien dramatisch an Wert verloren hatten, sicherten die Banken ihre Ansprüche durch das sonstige Vermögen der Kreditnehmer. Damit ist das Marktrisiko für die Banken denkbar gering.

Dabei hat der Besitz von Wohneigentum in Spanien Tradition. Als der Immobilienboom  seinen Höhepunkt erreicht hatte, besaßen rund 86 Prozent der spanischen Familien ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung. Das sind fast doppelt so viele wie in Deutschland.