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Steigende Mieten in Berlin: Die Singles sind Schuld

03.3.2011, geschrieben von in der Kategorie: Immobilien-Märkte

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Altbau Berlin

©Wikimedia Commons/Manfred Brückels

Die nahezu paradiesischen Zustände von einst auf dem Berliner Wohnungsmarkt sind passé: Auch die Bewohner der Hauptstadt haben inzwischen mit einer Verknappung des Wohnraums und steigenden Mieten zu kämpfen. Grund ist die wachsende Zahl der Single-Haushalte.

Großzügige Altbauwohnungen en masse plus niedrige Mieten und Kaufpreise – noch vor wenigen Jahren hatten Wohnungssuchende in der Spree-Metropole die Qual der Wahl. Doch seit 2000, Berlin entwickelte sich gerade international zur „In-Stadt“, zog es immer mehr Menschen in die Hauptstadt. So stieg die Zahl der Bewohner in zehn Jahren um rund 60.000 an, Ende 2009 wohnten hier bereits 3,44 Millionen Menschen. Grund für die Verknappung auf dem Wohnungsmarkt ist jedoch die steigend Zahl der Singles: Weil immer mehr Menschen alleine Leben, hat sich die Zahl der Haushalte um 165.000 erhöht, das bedeutet eine Steigerung von 9,1 Prozent.

Das Wohnungsangebot wuchs nicht im gleichen Maße mit – die Neubauquote liegt relativ konstant bei rund 3.000 Wohnungen pro Jahr –, die Auswahl wird deshalb immer kleiner. Die wachsende Nachfrage wiederum sorgt für steigende Mieten.

Zieht man den Vergleich mit Hamburg und München, wohnen die Berliner jedoch immer noch günstig. „Die im Bundesvergleich niedrigen Einkommen werden durch niedrige Mieten mehr als ausgeglichen, so dass die Berliner auf vergleichsweise größeren Flächen wohnen können“, sagte Annamaria Schwedt vom Institut empirica gegenüber der Berliner Morgenpost. So müssten ärmere Haushalte in Köln für eine vergleichbare Wohnung um bis zu 12 Prozent, Hamburger um bis zu zehn Prozent mehr ihres Einkommens ausgeben als Berliner.

Vom Berliner Mietverein wird die Studie jedoch kritisiert, weil die empirica-Statistiker mit einem Mikrozensus (Statistik zur Bevölkerung und Arbeitsmarkt) von 2006 rechneten. Fakt ist: Der Wohnungsmarkt der Hauptstadt ist längst kein Paradies mehr ist.