Strompreise steigen wieder
23.2.2012, geschrieben von Immonet in der Kategorie: Blog
Folgende Tags wurden vergeben: Strom, Stromanbieterwechsel, Strompreiserhöhung
Millionen Kunden müssen demnächst tiefer in die Tasche greifen: Insgesamt 178 Energieversorger haben angekündigt, ihre Strompreise im März und April zu erhöhen.
Für zehn Millionen Haushalte bedeutet das Mehrkosten im Schnitt von drei Prozent. Wie das Magazin Focus in seiner Online-Ausgabe berichtet, könnte die Strompreiserhöhung vereinzelt aber deutlich höher ausfallen. Einige Anbieter wollen bis zu zehn Prozent aufschlagen, darunter die Mainova, die Stadtwerke München und die EWE AG.
Bereits im Januar und Februar 2012 hatten mehr als 200 Energieversorger die Strompreise erhöht. Als Begründung nennen die Anbieter die Kosten für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Die Agentur für Erneuerbare Energie in Berlin – getragen von den Bundesministerien für Umwelt sowie für Landwirtschaft und von mehr als 100 Unternehmen aus der Branche der Erneuerbaren Energie – weist diese Begründung strikt zurück. „Wenn Energieversorger die Preise aktuell anheben, lässt sich das nicht auf die Erneuerbaren Energien schieben“, sagt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. Neben betriebswirtschaftlichen Gründen liege es an steigenden Beschaffungskosten für fossile Energieträger und vor allem an steigenden Netznutzungsentgelten, so die Agentur auf ihrem Internetportal.
Unter der Strompreiserhöhung leiden nach Ansicht der Agentur für Erneuerbare Energie vor allem die privaten Haushalte sowie der Mittelstand. Im Gegensatz zur energieintensiven Industrie würden sie bei den Nutzungsentgelten nicht begünstigt.
Mit dem Netzentgelt wird die Nutzung des Netzes abgegolten. Wer Strom verbraucht, kommt auch für die Infrastruktur auf. Demnach müssten Verbraucher mit einem hohen Stromverbrauch mehr Netzentgelte zahlen. Dieser Grundsatz ist jedoch seit August 2011 aufgehoben. Die Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) regelt, dass Großstromverbraucher von der Zahlung der Netzentgelte zu einem großen Teil befreit sind. Diese Zusage hatte die Regierung der energieintensiven Industrie im Zuge des Atomausstiegs gemacht, um die Unternehmen im internationalen Wettbewerb zu entlasten.
Private Verbraucher können sich gegen die angestrebte Strompreiserhöhung nur bedingt zur Wehr setzen. Sie sollten auf jeden Fall aktuelle Strompreise von verschiedenen Anbietern vergleichen, um sich dann für den günstigsten kwh-Strompreis entscheiden zu können. Im Klartext: Unter Umständen kann sich ein regelmäßiger Strompreisvergleich und Anbieterwechsel lohnen.
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