Studentische Wohnungsnot: Wo kann ich schlafen?
20.10.2011, geschrieben von Charlotte Salow in der Kategorie: Blog,Immobilien-Märkte
Folgende Tags wurden vergeben: Studenten, Wohnung
Das Semester beginnt – und Hundertausende Studenten geraten ins Schwitzen. Neben den intellektuellen Herausforderungen an der Hochschule verlangt vor allem die Suche nach günstigem Wohnraum in Uni-Nähe den Studis viel ab. Denn noch nie zuvor drängten so viele Schulabgänger an die Hochschulen wie 2011.
Die Wehrpflicht ist abgeschafft und in vielen Bundesländern müssen Abiturienten sich nur noch 12 statt 13 Jahre lang auf der Schulbank herumdrücken – ca. 60.000 Studenten mehr als im Vorjahr zieht es 2011 an die Hochschulen. Resultat: In Universitätsstädten sucht eine Lawine von Erstsemestern nach einer geeigneten Bleibe. Ob Studentenwohnheim, Wohngemeinschaft oder 1-Zimmer-Appartment – jede „Bude“, die erschwinglich und nicht zu weit von der Hochschule entfernt ist, wird von den Studis überrannt.
Es mangelt insgesamt an bis zu 250.000 Wohnheim-Zimmern, schätzt das Deutsche Studentenwerk laut Spiegel Online. In ohnehin sehr teuren Städten wie München ist die Lage besonders schwierig: Um gerechte Verfahren zu ermöglichen, entscheidet in der bayerischen Hauptstadt das Los über die Vergabe der Wohnheim-Plätze. Wer kein Glück hat, lässt sich auf die Warteliste setzen – 6.000 Namen stehen dieses Jahr in München darauf. Die Berliner Situation erscheint da vergleichsweise entspannt, hier warten „nur“ 500 Studis. Wer in Köln als Hochschüler auf subventionierten Wohnraum hofft, muss sich auf eine Wartezeit von bis zu drei Jahren einstellen. Ein Bachelor-Studium ist dann vorbei.
So groß ist die Wohnungsnot, dass sich Universitäten, Studentenverbände und die Hochschüler selbst teilweise auf ungewöhnliche Strategien verlegen: In Würzburg ist ein Wohncontainer auf einem Parkdeck für obdachlose Erstsemester geplant. Studentenvertreter der Uni Kassel wandten sich laut Spiegel Online an Eltern mit der Bitte, leere Kinderzimmer zur Verfügung zu stellen. 12 Eltern meldeten sich, von den Studenten wird das Angebot jedoch nur zögerlich angenommen. Äußerst schnell fanden sich hingegen Bewohner einer Riesen-WG in Wuppertal. Weil Kicker- und Billardtisch nicht in ihre Wohnung passten, beschlossen zwei findige Mittzwanziger eine 870 Quadratmeter große Fabriketage umzubauen – die 14 Wohnungsgenossen fanden sich innerhalb weniger Tage.
Eine konventionellere, aber dennoch oft erfolgreiche Maßnahme ist das Aktivieren des Suchagenten auf Immonet. Über diesen erhalten Erstsemester und Langzeitstudenten sofort eine Nachricht, wenn eine geeignet Bleibe, z.B. eine Wohngemeinschaft, im Angebot ist.
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