Studie: Mietnomaden sind in Deutschland kein großes Problem
02.12.2010, geschrieben von Charlotte Salow in der Kategorie: Blog
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Sie sind der Schrecken aller Vermieter: Mietnomaden. Sie zahlen ihre Miete nicht, lassen die Wohnung verkommen und sind nur sehr schwer wieder loszuwerden. In den Medien wird ausgiebig über solche Härtefälle und die oft katastrophalen Folgen für die Immobilien-Eigentümer berichtet. Eine Studie des Bundesbauministeriums belegt nun jedoch: Es gibt kein nennenswertes Mietnomaden-Problem in Deutschland.
Mann kennt es aus dem Fernsehen: Ein gutgläubiger Vermieter stellt eine Wohnung einem seriös auftretenden Bewerber zur Verfügung. Bereits nach kurzer Zeit entpuppt sich der Mieter jedoch als Problemfall – er zahlt keine Miete und lässt die Wohnung verwahrlosen. Das Problem: Er kann nicht einfach aus der Wohnung geworfen werden, denn handelt es sich um professionelle Mietnomaden, haben die eine Reihe von Tricks auf Lager, den Auszug zu verzögern.
Die ständige Furcht von Vermietern, einen Mietnomaden einzuquartieren, ist jedoch unbegründet. Denn in den letzen fünf Jahren hat es nachweislich nur 200 Mietnomadenfälle in Deutschland gegeben. Dokumentiert sind insgesamt 400 Fälle, jedoch stammt der älteste davon aus dem Jahr 1966. Das ergab die „Mietnomadenuntersuchung“ der Forschungsstelle Immobilien der Universität Bielefeld im Auftrag des Bundesbauministeriums.
Für Dr. Franz-Georg Rips, Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB), belegen die Zahlen, dass „kein nennenswertes Mietnomadenproblem in Deutschland existiert“. Die von der Bundesregierung vorgeschlagenen Mietrechtsänderungen zur Bekämpfung des Mietnomadentums sind für ihn deshalb überflüssig.
Die Mietrechtsänderung hatten CDU, CSU und FDP im Koalitionsvertrag vereinbart, weil sie ursprünglich von einer sehr viel höheren Zahl von Mietnomadenfällen ausgegangen waren.
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