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Teuerste Immobilie Amerikas: Wer will „Klein-Versailles“?

14.7.2010, geschrieben von in der Kategorie: Bauen

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Versailles

Das Original: Versailles / Fotolia.com

Es sollte ein Märchenschloss werden: 75 Millionen Dollar kostet „Klein-Versailles“ in Florida, die größte und teuerste Immobilie, die derzeit in den USA auf dem Markt ist. Doch die Immobilie befindet sich noch im Umbau, schreckt potenzielle Käufer ab und wird für den Vermarkter David Siegel mehr und mehr zum „Albtraum-Schlösschen“.

Hinter der Luxusimmobilie „Klein-Versailles“ steht der US-Immobilienmakler David Siegel (70). Er verbrachte einst seine Flitterwochen in Frankreich, war hin und weg vom Schloss Versailles und ließ es kurzerhand – dank einiger Milliarden an Kleingeld – in einem Vorort von Orlando nachbauen.

Siegel, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender von Westgate Ressorts, einer Firma, die das Ferienwohnrecht an Immobilien vergibt, gehört zu den Paradiesvögeln der US-Immobilienbranche. Ein Mann, der weiß, was er will. Wie WELT ONLINE zu berichten weiß, was er will. Vor zwei Jahren soll er einer Frau ein „unmoralisches Angebot“ – sexuelle Dienstleistung gegen Barzahlung von einer Million Dollar – gemacht haben. Den anschließenden Prozess verlor Siegel und zeigte sich anschließend „verblüfft.“

Die Niederlage vor Gericht war für den Selfmademan kein Grund, die Versailles-Pläne ad acta zu legen. Versailles 2.0 liegt am Südufer eines Sees, kommt auf die Kleinigkeit von  23 Badezimmern, 13 Schlafzimmern, zehn Küchen, drei Swimmingpools – und eine Grotte mit Wasserfall. Hauptattraktion ist laut WELT ONLINE allerdings ein „riesenhaftes achteckiges Zimmer mit Oberlicht. Es ist dafür gedacht, ein großes rotierendes Bett aufzunehmen, wie man es in gewissen Etablissements vorfindet.“ Klingt fast wie bei Sonnenkönig Ludwig XIV.

Mittlerweile ist David Siegel scheinbar angesichts der Finanzkrise die Puste ausgegangen. Seine Firma musste einige Mitarbeiter entlassen und Klein-Versailles wird auf dem freien Markt für Immobilien angeboten. Der Kaufpreis liegt bei läppischen 75 Millionen Dollar. Einziger Haken: Das Anwesen ist bislang nur halb fertig. Wer den Traum von „Klein-Versailles“ finalisieren will, muss noch einmal 75 Mio. Dollar draufpacken. Erst dann ist die Bude wohnlich und „Klein-Versailles“ laut Prospekt „schlüsselfertig“. Trübe Aussichten.

Derzeit bietet „Klein-Versailles“ einen trostlosen Anblick: Ein unebener Kiesweg führt zur Haustür, die Steine, aus denen das Schloss gebaut ist, sind allesamt noch unverputzt. Da nutzt auch die riesige Empfangshalle für Gäste und der ebenfalls noch im Rohbau stehende Ring zum Rollschuh fahren im Keller nichts.

Wie WELT ONLINE feststellt, handelt es sich um die größte und teuerste Immobilie, die derzeit in Amerika angeboten wird. Das Prospekt rühmt die Immobilie als „Monument des unvergleichlichen Erfolgs“ Bleibt die Frage, warum das Schlösschen dann zum Ladenhüter wurde?