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US-Immobilien: Ein Haus für 16 Dollar

27.7.2011, geschrieben von in der Kategorie: Blog

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Farmhaus USA

Farmhaus USA

Tausende von Immobilien stehen in den USA seit der Finanzkrise leer, Kaufinteressenten gibt es kaum. Ein findiger Texaner grub ein immer noch gültiges Gesetz aus vergangenen Jahrhunderten aus, und machte sich ganz legal zum Bewohner eines Hauses, indem er einmalig 16 Dollar ausgab.

Der US-amerikanische Markt für Einfamilienhäuser bietet seit der Finanzkrise ein trauriges Bild, auch dieses Jahr sank der Absatz von Bestandsobjekten erneut. Belastet wird der Markt durch hunderttausende  leerstehender Häusern, die während der Finanzkrise in den Besitz von Banken übergegangen waren. Im Bundesstaat Texas machte sich laut Financial Times Deutschland ein findiger Bürger ein Gesetz aus dem 19. Jahrhundert zunutze und zahlte für ein Haus im Wert von mehreren hunderttausend Dollar nur eine handvoll.

„Adverse Possession“ heißt die Regelung, die sich ein Anwohner der Gemeinde Flower Mound in der Nähe von Dallas zunutze machte, um sich ein leerstehendes Haus mit üppigem Anwesen anzueignen. Um unbewohnte Häuser vor dem Verfall zu schützen, ermöglichte es der Gesetzgeber im 19. Jahrhundert, dass unbewohnte Immobilien von mittellosen Menschen genutzt werden konnten, wenn diese im Gegenzug für die Instandhaltung sorgten. Das Gesetz gibt es noch heute, jedoch ist es kaum bekannt. Das könnte sich nun ändern, denn über das Vorgehen des trickreichen Texaners wurde durch Presseberichte auch überregional bekannt. Lediglich ein Formular reichte der Mann bei Gericht ein und zahlte dafür eine Bearbeitungsgebühr von 16 Dollar. Anschließend zog er ein.

Normalerweise muss man für ein Haus in der kleinen Gemeinde Flower Mound in der Nähe von Dallas 200.000 bis 300.000 Dollar zahlen, viele Einwohner leiden unter der Last ihrer Hypotheken. Beliebt ist der neuen Anwohner bei seinen Nachbarn deshalb nicht. Sie meinen, er solle für ein Eigenheim so viel zahlen, wie alle anderen auch. Die Chancen, dass der ungeliebte Nachbar bald wieder verschwindet, stehen indessen schlecht. Denn der vorherige Besitzer verlor die Immobilie wegen Zahlungsunfähigkeit an ein Kreditinstitut – das ebenfalls Pleite ging. Ob also jemand Anspruch auf den Bau erhebt, ist fraglich. Ist nach drei Jahren kein Eigentümer aufgetaucht, kann der gegenwärtige Bewohner die Besitzrechte beanspruchen.