Verkauf der Berliner Immobilien Holding: Keine Milliarden für die Hauptstadt
10.2.2011, geschrieben von Charlotte Salow in der Kategorie: Finanzen
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Sexy, aber nicht mehr ganz so arm sollte Berlin nach dem Verkauf der Berliner Immobilien Holding (BHI) an einen britischen Investor sein. Ein Kaufpreis und der Vertrag waren bereits ausgehandelt, das Geschäft scheiterte dennoch – zu wenig transparent war das Gebaren der Käufer.
Einen Gewinn in Milliardenhöhe hatten sich Bürgermeister Klaus Wowereit und Finanzsenator Ulrich Nussbaum von dem Geschäft erhofft – und sich jahrelang um den Verkauf der BHI bemüht. Wie nun bekannt wurde, lehnte der Senat jedoch schon am Dienstag die ausgehandelten Verträge mit dem Konsortium um den britischen Investor Altyon ab. Die Investoren hatten gefordert, dass ihre Namen nach einem Vertragsabschluss nicht bekannt werden dürften. Der Senat lehnte ab. Die Forderung stehe der Pflicht zur absoluten Transparenz entgegen, die nach dem Skandal um die Berliner Bankgesellschaft geboten sei, sagte Wowereit laut Spiegel online.
Die Stadt hatte lange Zeit vergeblich nach einem solventen Käufer gesucht, denn auf der Holding lasten Kreditrisiken in Milliardenhöhe: Der ehemals landeseigene Konzern stand durch riskante Immobiliegeschäfte 2001 kurz vor dem Kollaps und konnte nur durch Zuschüsse und Bürgschaften durch das Land gerettet werden.
Das Konsortium war einer der wenigen Kaufinteressenten, der bereit war für die 595 Immobilien 70 Millionen Euro zu zahlen und außerdem die Kreditrisiken von rund vier Milliarden Euro, die an dem Unternehmen hängen, zu übernehmen. Für die Risiken des Kaufs sollte die Al-Hilal-Bank in Abu Dhabi bürgen, das Konsortium selbst verfügte lediglich über ein Eigenkapital von 500.000 Euro.
Nach dem gescheiterten Geschäft muss die Stadt weiterhin 140 Millionen Euro jährlich in den Erhalt der Bank investieren, unter anderem um Darlehen zu bedienen. Wowereit gab nach der gescheiterten Transaktion zu, dass er das „Kapitel Bankgesellschaft gerne abgeschlossen“ hätte, ein transparenter Geschäftsabschluss sei jedoch “wichtig für die Kultur der Stadt.”
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