Wärmedämmung: Grüne Algen besiedeln Hauswände
18.5.2011, geschrieben von Sarah Tebbe in der Kategorie: Bauen
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© Wikimedia Commons/Tttrung
Was zum Schutz der Umwelt gedacht war, wird jetzt zur Gesundheitsgefährdung. Die vielfache Isolierung von Gebäuden führt zu massivem Algen- und Pilzwachstum an Hauswänden. Das sieht nicht nur hässlich aus, sondern kann auch gesundheitsgefährdende Folgen für die Bewohner haben.
Eigentlich wächst sie auf Waldböden – jetzt gedeiht die Grünalge Fritschiella aber auch prächtig auf Fassaden, die mit dicken Platten aus Polystyrol, Polyurethan, Glas- oder Steinwolle energetisch saniert worden sind. Kaum sind die Wände neu verputzt, werden sie innerhalb kürzester Zeit mit grünem, glibberigem Schleim überzogen. Die für Zehntausende Euro sanierten Gebäude sehen laut Welt plötzlich alt und heruntergewirtschaftet aus. Ein Anblick, der nicht gerade neue Mieter anzieht.
Das vermehrte Algenwachstum ist aber mehr als ein ästhetisches Problem: Durch den Befall ist die Gesundheit der Bewohner gefährdet. Denn wo Algen sich wohlfühlen, tummeln sich auch gerne Schimmelpilze. Wenn die Fenster geöffnet werden, gelangen die Sporenträger in die Wohnung und können eine Reihe von Krankheiten auslösen: Mögliche Folgen können Asthma, Lungenemphyseme oder eine mitunter tödlich verlaufende Aspergillose, eine Entzündung von Atemorganen, Haut- und Schleimhäuten, sein.
Schimmelpilzinfektionen sollten nicht unterschätzt werden. Nach einer Untersuchung der Uni Würzburg sterben jedes Jahr 2.500 Menschen an den Folgen dieser Erkrankung. Seit längerem ist bekannt, dass neu gedämmte Häuser verstärkt unter Schimmelbefall leiden. „Die hermetische Abdichtung des Wohnbereichs hat zu deutlicher Zunahme des Schimmelpilzbefalls geführt“, heißt es im Deutschen Ärzteblatt, dem Fachorgan der Bundesärztekammer. Bislang wurde mangelhaftes Lüften für die Sporenvermehrung als Ursache festgemacht. Doch wenn Schimmelpilze auf der Außenwand siedeln, gelangen sie erst durchs offene Fenster in die Wohnung.
Das Fraunhofer-Institut erklärt das vermehrte Algen-Wachstum so: Durch starke Dämmung werden die Außenwände kalt, an ihnen kondensiert Wasser. Die Feuchtigkeit auf der Putzfassade bildet den idealen Nährboden für Algen und Pilze. Bei monolithischem Mauerwerk aus Porenbetonbausteinen oder Backsteinklinkern wird die Wärme des Tages gespeichert, die Wände kühlen nicht so stark ab, so dass kaum Luftfeuchtigkeit kondensiert. Die Folge: Hier können sich Algen und Schimmelpilze nur schwer ansiedeln.
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