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Wohnen bei den Eltern: Britanniens Generation Stubenhocker

08.6.2012, geschrieben von in der Kategorie: Blog

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Erwachsen im Kinderzimmer

Erwachsen im Kinderzimmer, © Fotolia.com/p!xel 66

Nicht nur die Jugendlichen südeuropäischer Länder tun sich offenbar schwer damit, das Elternhaus zu verlassen – auch britische Sprösslinge bleiben immer länger im „Hotel Mama“ hängen. Besonders Männer ziehen erst spät aus dem Kinderzimmer aus.

Die britische Zeitung „The Guardian“ sorgt sich laut Spiegel.de sogar schon um eine „Nation der Muttersöhne und Vatertöchter“. Anlass sind die jüngst veröffentlichten Zahlen des Statistikinstituts ONS. Die besagen, dass inzwischen nahezu drei Millionen Insulaner zwischen 20 und 34 Jahren im Elternhaus wohnen. Das bedeutet eine Steigerung von 20 Prozent innerhalb der letzten 15 Jahre für Großbritannien.

Britische Männer zeigen sich deutlich schwerfälliger beim Aufbau einer eigenen Existenz: Während einer von drei Männern noch Zuhause wohnt, bleibt nur eine von sechs Frauen ähnlich lange im Elternhaus. Weil sie früher als das vermeintlich starke Geschlecht eigene Familien gründen und häufiger studieren, sind Frauen seltener „Stubenhocker“, so glauben die Forscher.

Ursächlich für die neue Anhänglichkeit ans Elternhaus könnten die stark gestiegenen Immobilienpreise auf der Insel sein: Eigenheime wurden in den vergangenen 10 Jahren durchschnittlich 40 Prozent teurer. Traditionell neigen die Briten stark zum Hauskauf: In den vergangenen Jahrzehnten finanzierten viele junge Engländer schon kurz nach Ausbildung oder Studium ein Eigenheim – rund 70 Prozent der Briten leben in eigenen vier Wänden. Durch die deutliche Verteuerung der Immobilien ist der Kauf vielen jungen Insulanern jedoch unmöglich geworden.

Die Nordiren führen die Rangliste der „Muttersöhnchen und Vatertöchterchen“ an – hier wohnt jeder dritte Sprössling zwischen 20 und 34 Jahren noch bei den Eltern. Deutlich unabhängiger sind junge Londoner: Nur jeder Fünfte dieser Altersgruppe bewohnt hier noch das Kinderzimmer.