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Zweiklassengesellschaft im Olympia-Dorf: Komfortwohnung oder Container

18.7.2012, geschrieben von in der Kategorie: Blog,Immobilien-Märkte

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Olympic Park, London

Olympic Park, London; © Wikimedia Commons/Matt Deegan

Das neu errichtete Olympia-Dorf bietet den Sportlern alle Annehmlichkeiten und soll mit einem nachhaltigen Nutzungskonzept für ein Hochglanz-Image sorgen. Für Schmuddel-News sorgen jedoch die Unterkünfte der Reinigungskolonnen: Die hausen laut Medienberichten in Massenunterkünften, in denen unhaltbare Zuständen herrschen.

Rund zehntausend Sportler aus 204 Nationen beziehen in diesen Tagen ihre Olympia-Unterkünfte im Londoner Osten. Für die Athleten wurde eigens ein Dorf im ehemals schmuddeligen Fabrikenviertel Stratford errichtet. Die Anlage soll nach den Spielen zu rund 3.000 Wohnungen umgebaut werden und das Viertel nachhaltig aufwerten.  Außerdem soll die Weiternutzung der Olympia-Anlagen das Label „grüne Spiele“ rechtfertigen. Wie übrigens auch die Verwendung von Regenwasser für die Toiletten.
Die Sportler werden während ihres Aufenthaltes gut versorgt: Teil des rund 1,3 Milliarden Euro teuren Olympia-Dorfes sind auch ein Kino, Supermarkt, Bank und Fitnessstudio. Telefonate und Friseurbesuche sind für die Athleten kostenlos. Die Unterkünfte seien luxuriöser als jedes Feriendorf auf Sardinien verkündete stolz der Londoner Bürgermeister Boris Johnson laut bild.de.

Ungünstig auf das polierte Image wirkt sich jedoch Meldungen über die Unterkünfte der olympischen Reinigungspersonals aus: Die Truppen wurden laut welt.de unweit der olympischen Komfort-Wohnungen verborgen hinter Lagerhallen in Containern untergebracht. Hier hausen bis zu 10 Angestellte in einer Baracke, eine Toilette müssen sich 25 Bewohner teilen, eine Dusche gar 75. Die Bewohner klagen über Dreck und Feuchtigkeit, die durch undichte Stellen in die Container dringt. Trotz der mangelhaften Zustände zahlen die Angestellten rund 550 Euro Miete pro Monat. Wohl weil das keine gute Werbung ist, musste jeder Arbeitnehmer eine Verschwiegenheitsklausel unterschreiben. Die Betreiberfirma Spotless International Services wehrt sich gegen die Vorwürfe und erklärte die Zustände welt.de als angemessen für temporäre Unterbringungen.