Wohnraum in der Schweiz wird knapp
27.4.2011, geschrieben von Sarah Tebbe in der Kategorie: Bauen,Immobilien-Märkte

© Wikimedia Commons/Ikiwaner
Im Gegensatz zu vielen EU-Mitgliedsstaaten floriert die Wirtschaft in der Schweiz ungetrübt. Vor allem Deutsche und Franzosen haben die Alpenrepublik daher als neue Heimat entdeckt. Das bleibt nicht ohne Konsequenzen: Es wird eng.
Mit dem Alpenpanorama aus den Heidi-Filmen, in denen Wiesen noch unberührt sind und nur vereinzelt kleine Bauernhöfe auftauchen, könnte in den nächsten Jahren laut der “Welt” Schluss sein. Um Wohnraum für den nicht abrechenden Strom der Einwanderer zu schaffen, bauen die Schweizer in die Höhe. Damit soll vor allem eine weitere Zersiedelung verhindert werden.
In den nächsten 25 Jahren wird die Bevölkerung in der Schweiz von 7,8 auf 8,8 Millionen ansteigen – ein Zuwachs um 13 Prozent. Der Bauboom nimmt deshalb extreme Formen an: Alle zwei Stunden wird eine Fläche, so groß wie ein Fußballfeld, mit Immobilien bebaut. Seit 2007 wurde so ein Gebiet von der Größe Lausannes mit neuen Wohnungen, Häusern und Gewerbeflächen bestückt.
Außerhalb des Züricher Stadtkerns entsteht zurzeit der 126 Meter hohe Prime Tower. Die Hochhausprojekte Mobimo Tower, Escher Terrassen und Hard Turm Park sind geplant und machen den Züricher Westen zu einem helvetischen Manhattan. Auch am Zürichsee entsteht neuer Wohnraum. Alte Villen werden abgerissen und ehemals großen Gärten zugebaut. Der Quadratmeterpreis für Grundstücke in den begehrten Lagen ist dementsprechend hoch: 2.000 Euro pro Quadratmeter müssen Eigenheimkäufer auf den Tisch legen. Die Baufläche in Zürich wird voraussichtlich nur noch für 20 Jahre reichen.
In Basel hat der Pharmakonzern Roche nach jahrelangem Ringen die Erlaubnis für den Bau eines Büroturms außerhalb des historischen Zentrums erhalten. Das Hochhaus wird mit seinen 175 Metern das Höchste der Schweiz sein. Bis 2015 sollen hier 2000 Mitarbeiter des Pharmariesen arbeiten. 420 Millionen Euro investiert Roche in den Bau. Währendessen wird die Wohnungssuche in Basel bei einem Leerstand von 0,7 Prozent zum Glücksspiel. Viele der 50.000 Arbeitskräfte pendeln daher täglich aus Deutschland und Frankreich in die grenznahe Stadt. Die Wohnsituation wird in den nächsten Jahren noch dramatischer: Allein die Pharmaindustrie will bis 2020 in der Region 40.000 neu Arbeitsplätze schaffen.
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