Wohnungsbau in Deutschland: Vom Mangel und Leerstand
24.6.2011, geschrieben von Charlotte Salow in der Kategorie: Immobilien-Märkte
Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland macht sich auch beim Wohnungsbau bemerkbar – es wird wieder mehr in Neubauten investiert. Allerdings ist die Steigerung noch sehr verhalten und auf Ballungszentren beschränkt.
Laut GdW – dem Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen – ist in diesem Jahr mit der Fertigstellung von 178.500 Neubauten zu rechnen, das sind rund 13.000 mehr als im Vorjahr. Finanziell bedeutet das für die rund 3.000 Mitglieder des Verbandes ein Investitionsplus von 6,7 Prozent.
Zwar bewertet die Baubranche das Wachstum positiv, jedoch eachtet sie die Steigerung der Bauquote als nicht ausreichend, um den Bedarf zu decken. Aus Branchensicht ist bis zum Jahr 2015 der Bau von 200.000 Wohnungen jährlich notwendig.
Besonders viel gebaut wird in den Regionen Hamburg, Berlin, Rhein/Ruhr, Rhein-Main, Köln/Bonn und München. Dennoch sind hier Wohnungen für kleine und mittlere Einkommen extrem rar. Ein gänzlich anderes Bild zeigt sich im Osten Deutschlands: Hier ist die hohe Leerstandsquote ein Problem, so sind in Sachsen-Anhalt 12,9 Prozent, in Sachsen 10,9 Prozent und in Thüringen 8,7 Prozent der GdW-Wohnungen ungenutzt. Ein Trend, der sich nach Einschätzungen des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung fortsetzen wird. In den neuen Bundesländern rechnet die Behörde mit einem Rückgang von 640.000 Haushalten bis 2025. Auch im Westen schrumpft die Bevölkerung: Hier wird sich die Zahl der Haushalte in den nächsten Jahren voraussichtlich um 155.000 dezimieren.
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