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Wunsch nach Eigenheim ist groß – Deutsche nehmen verstärkt Kredite auf

25.5.2012, geschrieben von in der Kategorie: Blog

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© Fotolia/ ArVis

Die Zahlen auf dem deutschen Immobilienmarkt sprechen eine deutliche Sprache: Der Wunsch, eine Eigentumswohnung oder das eigene Haus zu erwerben ist ungebrochen. Die Kehrseite: Die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten ist enorm gestiegen. Dabei kann manch ein Haushalt seine Verbindlichkeiten nicht mehr zuverlässig bedienen.

Es klingt paradox, was der Sender n.tv auf seinem Online-Portal berichtet: Zum einen haben die Deutschen dank der anhaltend guten Konjunktur und der niedrigen Arbeitslosenquote so viel Geld wie nie auf der hohen Kante. Andererseits können immer mehr Haushalte ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen. Vor allem der Wunsch nach einer eigenen Immobilie führt manch einen in die Schuldenfalle. Und: Junge Verbraucher legen eine miese Zahlungsmoral an den Tag.

Das Geldvermögen der privaten Haushalte stieg im Jahr 2011 auf den Rekordwert von 4,715 Billionen Euro. Immobiliengüter sind darin nicht eingerechnet. Das sind 149 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Aufgrund der guten Wirtschaftslage haben viele Deutsche ihr Einkommen steigern und mehr Vermögen bilden können.

Weil viele ihr Anlage-Glück in Immobilien sehen und Geldanlagen auf den internationalen Finanzmärkten derzeit unattraktiv erscheinen, erfüllten sich viele Deutsche im vergangenen Jahr ihren Traum vom Wohneigentum. Folglich stieg auch die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten. Insgesamt nahmen die Deutschen 2011 rund 11 Milliarden Euro Kredite auf. Die Verschuldung der privaten Haushalte stieg auf 1,55 Billionen Euro. Das ist der höchste Stand seit Sommer 2007.

Der Knackpunkt: Längst nicht alle Bürger können ihre Schulden auch begleichen. Die Zahl der Privatinsolvenzen nimmt wieder zu. Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) rechnet allein in diesem Jahr mit 105.000 Privatinsolvenzen. Jeder zehnte Erwachsene sei überschuldet: Er kann von seinem Einkommen nicht ausreichend die Lebenshaltungskosten und den Schuldendienst zahlen.

Grund zur Beunruhigung liefern junge Verbraucher bis 24 Jahre. Im Vergleich zu Älteren ist ihre Zahlungsmoral mies. 54 Prozent aller Mitgliedsunternehmen des BDIU bestätigen diesen Trend. Junge Verbraucher tappen vor allem durch allzu große Geschäfte bei Online-Händlern und Telekommunikationsanbietern in die Schuldenfalle. Ältere Bürger verschulden sich vor allem durch Bankkredite sowie bei Versandhändlern.