Zensus 2011: Heute beginnt die kritische Datenerhebung
09.5.2011, geschrieben von Charlotte Salow in der Kategorie: Blog
Heute beginnen die Befragungen für den Zensus 2011. Dabei werden die Bundesbürger stichprobenartig nach Bildung, Beruf, Eigentum und Migrationshintergrund gefragt. Datenschützer kritisieren, dass auch hochsensible Daten erhoben würden, zudem werden die Ergebnisse erst nach vier Jahren anonymisiert.
Zehn Prozent der Bevölkerung sollen im Rahmen des Zensus 2011 ihre Lebensumstände offen legen. Die Befragungen beginnen heute, einige der ausgewählten Bundesbürger haben bereits einen entsprechenden Bescheid erhalten, andere werden ihn in den nächsten Tagen im Briefkasten finden. Die Beantwortung der Fragen ist verpflichtend, ansonsten droht ein Bußgeld von 200 bis 7.000 Euro. Für die „Deutschland-Inventur“ werden Interviewer ausgesandt, allerdings können die ausgewählten Bürger die Fragen auch per Brief oder online beantworten.
Datenschützer haben Bedenken, dass die gesammelten Daten zweckentfremdet und z.B. auch für die Strafverfolgung genutzt werden könnten. Auch durch die 80.000 Interviewer könnten Informationen in Umlauf geraten. Bei Insassen und Bewohnern von Krankenhäusern, Pflegeheimen, Entzugs-Kliniken und Haftanstalten bestünde in solchen Fällen die Gefahr der sozialen Stigmatisierung. Die Zehn-Prozent-Stichprobe umfasst zudem auch solche Menschen, für die eigentlich eine Auskunftssperre besteht. Das ist bei gefährdeten Bürgern der Fall, z.B. bei Menschen, die in Frauenhäusern oder Zeugenschutzprogrammen Zuflucht gefunden haben.
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